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Presseschau 2004

LandesjugendSPASSorchester begeisterte Ilmenauer

Dem Namen ihres Orchesters wurden die jungen Musiker am Sonntag in der Ilmenauer Sankt-Jakobus-Kirche vollauf gerecht. Das LandesjungendSPASSorchester bereitete dem Ilmenauer Publikum viel Spaß. Ein interessantes Programm und einen großartigen Zusammenklang bot das Orchester in der sehr gut besuchten Kirche. Das Benefizkonzert gaben die Musiker zugunsten des rumänischen Kinderheims Ineu, in dem sie bei ihrer vorangegangenen Tournee durch Ungarn und Rumänien zu Gast waren. In Ilmenau erhielt das LandesjugendSPASSorchester viel Applaus für seine Interpretationen von Werken Peter Tschaikowskis, Camille Saint Saens und Johann Sebastian Bachs. Höhepunkt war die Suite für Jazzcombo und Orchester des jungen Münchener Komponisten Max von Mosch. FOTO: B. FRITZ

GLÄNZEND: Das LandesjugendSPASSorchester mit sinfonischen Meisterstücken. TA-Foto: Autor

Freundschaftliche Bande

LandesjugendSPASSorchester vermittelte ihrem Publikum in Ilmenaus Jakobuskirche großes Vergnügen
 
Welch ein Glück für Ilmenau und alle Musikliebhaber, dass das LandesjugendSPASSorchester als letzten Konzertort der Tournee die Goethestadt auserwählte. (Von Kar-Heinz VEIT)
 
Ganz zufällig geschah dies nicht, wenn man weiß, dass der Urgrund dieses Projektorchesters hier in der Region von einstigen Kreismusikschülern und Mitgliedern der Capella Juventa gelegt wurde. Die meisten jungen Leute des exzellent musizierenden Klangkörpers - seit 1999 unter der künstlerischen Leitung von Martin Lentz - kommen aus Thüringen.
In der fast 20-tägigen Konzertreise durch Ungarn, Rumänien und Deutschland stießen sechs ungarische Musiker der Musikhochschule Debrecen zum vielköpfigen Team. Bis zur obersten Empore in der gefüllten Jakobuskirche war zu erleben, dass die Musiker enge freundschaftliche Bande und der Spaß am gemeinsamen Musizieren verbindet. Die Musizierkunst im großen Orchesterverband, die Auftritte der brillanten Solisten, Claudia von Kopp-Ostrowski, Violine, Christian Leschowski, Oboe, Zsuzsanna Czentnar, Violine, Max von Mosch, Komposition und Saxophon und Katrin Kögel, Gesang, ließen für keinen Augenblick die Spannung abreißen, die fast zweieinhalb Stunden bis zum Schlussakkord der Fantasie-Ouvertüre zu Romeo und Julia von Peter Tschaikowsky anhielt.
Mit dem Konzert für Violine, Oboe und Streichorchester von Johann Sebastian Bach lieferten die jungen Musiker gemeinsam mit den beiden Solisten ihr erstes Meisterstück ab. Dieses sollte durch das sehr souveräne und kunstfertige Musizieren der aus Sondershausen stammenden Solistin und Kapellmeisterin Claudia von Kopp-Ostrowski noch übertroffen werden. Das 3. Violinkonzert h-Moll op. 61 (1880) von Camille Saint-Saens gab der Solistin wie dem Orchester alle Möglichkeiten, die Facetten ihres Könnens aufblitzen zu lassen. Max von Mosch zeigte mit seiner beeindruckenden Suite für Gesang, Saxophon, Rhythmusgruppe und Orchester nicht nur sein exzellentes Kompositionsvermögen, sondern auch seine künstlerischen Qualitäten als Saxophonist und Begleiter der mit viel Gefühl agierenden Sängerin Katrin Kögel. Dass die Musiker ihren Auftritt als Benefizkonzert für das rumänische Kinderheim in Ineu gestalteten, war als Dank des Publikums in den Beifallssturm mit eingeschlossen.


Stimmungsvoll geht es stets bei den Auftritten des LandesjugendSPASSorchesters zu. Das liegt vor allem daran, dass die jungen Musiker mit viel Spaß bei der Sache sind. (Foto: R. Ehrlich)

Mit ungarischer Verstärkung auf Tour nach Rumänien LandesjugendSPASSorchester besucht Jenas Partnerstadt Lugoj


Von OTZ-Redakteur Michael Groß

Jena. Begonnen hatte alles am Rennsteig. Dort trafen sich immer im Sommer einige junge Leute aus dem Landesjugend-Sinfonie-Orchester, um zu feiern. Klare Sache: Jede Menge Musik war auch immer dabei. Und weil das Ganze viel Spaß gemacht hat, formierte sich ein „LandesjugendSPASSorchester".
Der junge Klangkörper hat auch Wurzeln in Jena. Denn sein Chef ist Martin Lentz von der Jenaer Musik- und Kunstschule, wo er auch das hauseigene Orchester dirigiert. Außerdem spielen zahlreiche Musiker aus Jena mit. Und am 14. August wird das Ensemble auch ein Konzert im Jenaer Volksbad geben.
Doch bis dahin passiert bei dem Spaßorchester noch einiges, wie  Vereinsvorsitzender Jens Kobe, der Trompete spielt, und Klarinettistin Felicitas Ressel im OTZ-Gespräch berichten. Denn am 29. Juli geht es wieder zum Rennsteig, wo man sich intensiv auf die am 3. August beginnende Gastspielreise nach Ungarn und Rumänien vorbereiten will. Keine gewöhnliche Konzertreise. Denn sie hat ein ganz besonderes Ziel: das Kinderheim im rumänischen Ineu. Dieses Heim wird seit vier Jahren schon unterstützt von den jungen Musikern. Mehrere Benefizkonzerte haben bisher gut 5000 Euro dafür erbracht. Nun wollen die jungen Musiker das Heim auch einmal kennenlernen. Darüber hinaus werden sie in der Jenaer Partnerstadt Lugoj ein Konzert geben, und zwar verstärkt durch 16 junge ungarische Musiker. Sozusagen eine völkerverbindende Konzerttour, die anschließend ihre Fortsetzung erleben soll, indem die Ungarn mit nach Deutschland kommen und hier noch einige Konzerte mit geben, zum Beispiel auch der genannte Auftritt im Jenaer Volksbad.
Zu diesem Jenaer Konzert werden die jungen Musiker übrigens auch einige Foto- und Filmeindrücke von ihrer Reise und ihren Begegnungen zeigen.
Was zu hören sein wird? Es sind unter anderem Peter Tschaikowskis Ouvertüre zu „Romeo und Julia", Camille Saint-Saens 3. Konzert für Violine und Orchester und Carl August Nielsens Ouvertüre „Eine Phantasiereise zu den Färöer-Inseln". Aber auch Zeitgenössisches wie die Suite für Saxophon und großes Orchester von Max von Mosch (Uraufführung). Das gehe in Richtung Filmmusik, wie Jens Kobe und Felicitas Ressel ankündigen.
Um die Konzertreise, bei der das Spaßorchester auch von einem MDR-Kamerateam begleitet wird, zu sichern, benötigt man noch Unterstützung. Denn einer der Sponsoren ist kurzfristig ausgefallen. Wer den engagierten jungen Musikern bei ihrer völkerverbindenden Reise finanziell unter die Arme greifen möchte, kann sich an Jens Kobe (Tel. 0 36 43/74 763 1) wenden oder direkt auf das Konto des LandesjugendSPASSorchesters eine Spende einzahlen - Konto-Nummer 2 875 169, BLZ 820 700 24 bei der Deutschen Bank.


PROFIS MIT SPASS AN DER MUSIK: Im Frauenwalder Freizeitheim wurde in der vergangenen Woche geprobt -etwas unkonventionell taten das Fabian, Philine, Andrea, Anna-Maria und Dennis im Pool.

Ovationen unter Freunden

LandesjugendSPASSorchester probte am Rennsteig für Benefizkonzerte. Morgen beginnt Konzerttournee Trompeten spielen unter Wasser und Geigen unter blauem Himmel. Es ist endlich Sommer geworden, auch oben am Rennsteig. In Frauenwald probt das LandesjugendSPASSorchester auf der grünen Wiese. Die Posaunen hier, der Bass dort. Es sind Stüba-Wochen, sagen die jungen Leute. Sie lachen, sie sind fröhlich und unten in Ilmenau warten Hunderte auf das alljährliche Benefizkonzert in zwei Wochen.

Von Arne MARTIUS

Es war auch ein Sommer, vor ein paar Jahren, als sich zehn junge Leute in Stützerbach trafen. Sie wollten erzählen, Spaß haben und sie wollten gemeinsam Musik machen. Jeder konnte etwas anderes spielen, die Freunde gründeten ein kleines Freizeit-Ensemble und aus den Ferientagen in Stützerbach wurde ein Ritual: die Stüba-Wochen.
Das kleine Ensemble heißt heute LandesjugendSPASSorchester und ist ein Pendant zum Landesjugendorchester und doch wieder nicht. Denn statt eiserner Disziplin ist es die Freude, gemeinsam mit Freunden Musik zu machen — das macht die jungen Leute zu Profis. Hier führt kein Erwachsener Regie, es ist eine Art freiwillige Selbstkontrolle. „Keiner setzt sich ins gemachte Nest", sagt Jens Kobe. Er ist einer der Stützerbach-Initiatoren und inzwischen ein Organisationstalent. „Wenn es menschlich funktioniert, geht es auch beim Spielen", findet der Trompeter.
Lebensstil ist der Antrieb für das Orchester. Denn in einem unterscheiden sich die Freunde nicht von Profis: Ihre Auftritte sind umjubelt. Jedes Konzert des LandesjugendSPASSorchesters hat es geschafft, die Ilmenauer Jakobuskirche bis zur Empore mit Publikum zu besetzen. Die Mixtur aus Freude und Musik ist zweifelsohne das Markenzeichen des Klangkörpers. Bis nach Brandenburg hat sich herum gesprochen, dass hier ein Orchester entstanden ist, das sich auch ohne Kaderauswahl wie selbstverständlich vor stehenden Ovationen ausgewiesener Konzertliebhaber verneigt. Aus zehn jungen Leuten ist eine imposante Musiker-Gemeinschaft geworden, in sich parallel immer mehr Mitglieder sämtlicher Landesjugendorchester wohl fühlen. Auch Berufsmusiker Martin Lentz kam vor fünf Jahren dazu. „Ein richtiger Freund ist er geworden", sagt Jens Kobe über den Dirigenten.
Wenig später erhielt das LandesjugendSPASSorchester Verstärkung von Ralf Ludwig, dem Hornisten der Staatskapelle Weimar.
So veränderten die Stüba-Wochen ihr Gesicht, nicht aber den Charakter. Für 80 junge Frauen und Männer war in der bescheidenen Hütte beim besten Willen kein Platz mehr. Geblieben ist der Spaß und der Name der einmal im Jahr stattfindenden 7-Tage-Proben: Stüba-Wochen heißen sie auch im neuen Frauenwalder Domizil.
Jens Kobe greift inzwischen mehr zum Telefon als zur Trompete. Von Feuerholz bis zu den Reisebussen reicht die Palette. „Ein Full-Time-Job."
Sponsoren haben sie in diesem Jahr im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, im Thüringer Umwelt-und Kultusministerium gefunden. „Jeunesses Musicales" begleitet das LandesjugendSPASSorchester außerdem.
In Frauenwald hingegen kam unerwartet private Unterstützung. Als die jungen Leute nach einer Enttäuschung vergangene Woche für ihre Proben nach einem Platz suchten, räumte Gasthaus-Ehepaar Höhn kurzentschlossen den Traktor aus einer Garage.
Morgen beginnt die Konzerttournee durch Ungarn und Rumänien. Dort spielen sie gemeinsam mit Musikstudenten aus Debrecen und Lugoj. Einige von ihnen werden sogar die Benefizkonzerte am 14. August im Volksbad Jena und am 15. August in der Ilmenauer Jakobuskirche begleiten. Die Erlöse sind wieder für das Kinderheim in Ineu (Rumänien) bestimmt. Und dass Trompeten unter Wasser spielen können, ist wahrscheinlich auch nur beim LandesjugendSPASSorchester möglich. Stipendiat Fabian Zocher ließ sein Instrument kurz zu Wasser, als sich die jungen Leute zu einem Foto formieren. Das entstand - Spaß halber - in einem Pool in Frauenwald.

Das Orchester im Internet: www.ljso.de