
- MUSIK VON OBEN: Das Bläserquintett des LandesjugendSPASSorchesters begann das Friedenskonzert von der Orgelempore der Jakobuskirche aus. TA-Foto: Ch. WERNER
Die Ernsthaftigkeit der Spiel-Freude
Friedenskonzert in der Jakobuskirche
ILMENAU (cw). Auch wenn man den Spaß im Namen mitführt, das diesjährige Konzert des LandesjugendSPASSorchesters in der Jakobuskirche am Sonntag stand unter einem ganz anderen Motto — dem Frieden. Hintergrund: natürlich die Anschläge in den USA und alle nach folgenden Entwicklungen. So war denn auch das Programm so gestaltet, dass es alle Facetten der Gefühle der letzten Tage wiederspiegelte. Trauer, Gedenken, Mahnung und Trost.
Einmal im Jahr treffen sich die Musiker aus verschiedenen Thüringer Städten in einer Jugendherberge bei Ilmenau und proben ein Programm ein. Aus Spaß am Musizieren. Das Startsignal gab ein Blechbläserquintett von der Orgelempore mit Variationen über ein französisches Lied von Samuel Scheidt. Ein Großteil der Stücke drückte wohl in seiner molligen Grandstimmung die Gefühle der meisten Anwesenden aus, doch vergaß man bei aller Trauer nicht den Spaß an dem spielen.
Fabelhaft, wie Anna Wolff die unruhigen Fagottläufe des „Konzertes für Fagott und Orchester a-moll" von Antonio Vivaldi zielsicher platzierte. Kurzzeitig löste „Italiana" aus Ottorino Respighis „Antiche Danze ed Arie" den vorangegangenen Moll-Verdruss auf, und tröstete mit hoffnungsvoller Melodie.
Doch all zuviel Heiterkeit wollte oder konnte man noch nicht vertragen. Denn darauf folgte das tieftraurige „Adagio für Streicher 4.12.1976" von Bertold Hummel, dem verstorbenen Komponisten Benjamin Britten gewidmet. Auch ein israelisches Lied erklang. Zwischendurch das Orchesterstatement zur aktuellen Lage: Schmerz kann man mit nicht noch mehr Schmerz heilen.
Viele Eltern hatten ihre kleinen Kinder mitgebracht. Was zwar für kleine Aufmerksamkeiten im Zuschauerraum sorgte, aber auch daran erinnerte, für was es sich lohnt den Frieden zu erhalten. Die gesammelten Spenden der über 150 Zuhörer gehen an das Internationale Rote Kreuz, der begeisterte Applaus an die Musiker.

- Rund 150 Konzertbesucher lauschten am Sonntag der Musik aus mehreren Epochen. FW-Bild: naf
Für den Spaß und für den Frieden
LandesjugendSPASSorchester lud zu Konzert in St. Jakobus
Ilmenau (we). Zirka 150 Besucher waren am vergangenen Sonntagnachmittag zum Friedenskonzert in die Sankt-Jakobus-Kirche gekommen. In dieser eher besinnlichen Veranstaltung, die das LandesjugendSPASSorchester Thüringen musikalisch ausgestaltete, waren unter anderem Werke von Wolfgang Amadeus Mozart, Antonio Vivaldi, Bertold Hummel, Ottorino Respighi, Jean Sibelius und Christoph Willibald Gluck zu hören.
Wie schon in einem Konzert des Orchesters im letzten Jahr in Ilmenau, hatte auch dieses Mal Martin Lenz die Leitung übernommen. Er „dirigierte" seine Schützlinge, die bereits die ganze Woche zuvor gemeinsam probend musizierten, in die verschiedenen Ensembles, so kamen beispielsweise das Blechbläserquartett und das Streichquartett des Orchesters zu ihrem Auftritt. Spaß - wie es im Namen des Klangkörpers dokumentiert ist -
hatten die jungen Musiker und Musikerinnen am Sonntag wohl, der Hintergrund des Konzertes aber war ein sehr viel ernsterer: veranstaltet für den Frieden und mit einem Appell an die Vernunft - das Publikum konnte sich, die Worte von Bertha von Suttner auf dem Programmzettel lesend - darauf einstimmen: „Keinem vernünftigen Menschen wird es einfallen, Tintenflecke mit Tinte, 01-flecke mit Öl wegputzen zu wollen - nur Blut, das soll immer wieder mit Blut ausgewaschen werden" ..
Den Abschluss bildet ein Konzert.

- Auch in diesem Jahr will das LandesjugendSPASSOrchester Thüringen seine in der Jugendbildungs- und Erholungsstätte am Rennsteig absolvierte Probenwoche mit einem Konzert in der Stadtkirche St. Jakobus in Ilmenau beenden. Angekündigt ist nicht das "übliche" Spaß-Konzert. Die ernsten und auch heiteren Stücke, die gespielt werden, Beginn ist morgen, 23. September, um 17 Uhr, sollen zu Vernunft und friedlicher Völkerverständigung aufrufen. Das Orchester hat übrigens vor gar nicht langer Zeit erst einen Jugendorchesterpreis gewonnen im Konzerthaus am Gendarmenmarkt in Berlin. FW-Bild: B. Britz


